| Toni wurde
am 28.08.1986 um 11.28 Uhr in Bergen geboren. Er war und blieb unser einziges
Kind. Für Oma und Opa mütterlicherseits war er das 1. Enkelkind
sowie der 6. Enkel für die Oma väterlicherseits. Nach den gesetzlichen
Bestimmungen der DDR durfte ich als Mutter mit ihm ein Jahr bezahlt zu
Hause bleiben. Er hat als Baby immer viel geweint und schlecht gegessen,
woraus auch resultierte, dass wir kein zweites Kind haben wollten. Er
brauchte viel Liebe und unsere ganze Aufmerksamkeit. So verbrachten wir
unsere Tage damit viel zu spielen und spazieren zu gehen. Jeden Tag besuchten
wir Oma und Opa die im gleichen Ort wohnen und auch dort wurde er immer
verwöhnt.
Nach dem Jahr sollte er in die Kinderkrippe, in
dem 3-monatigen Versuch ihn dort betreuen zu lassen, war er 3 Tage dort
anwesend ansonsten war er krank. Er wollte dort nicht sein, also blieb
ich mit ihm zu Hause bis er fast 3 Jahre alt war. Dann ging er in den
Kindergarten, hier hat es ihm gut gefallen. Dort entwickelte er die ersten
Freundschaften zu anderen Kindern, ausgenommen Verena, die er von ihrer
Geburt an kannte. Auch das Interesse an den Mädchen wurde damals
schon entdeckt. Er baute sich eine Höhle und Eine nach der Anderen
durfte Toni zum Kuscheln besuchen.
1993 wurde Toni in Sagard in der Schule eingeschult.
Er hatte dort eine sehr fürsorgliche ältere Klassenlehrerin,
die sich immer um alle Kinder bemühte. Sie organisierte schöne
Wandertage und mehrtägige Ausflüge, die ihm immer viel Spaß
bereiteten. Ab 1997 besuchte Toni das Ostseegymnasium in Sassnitz. Da
seine schulischen Leistungen im ersten Halbjahr der achten Klasse aber
sehr zu wünschen übrig ließen, entschieden wir zusammen,
dass er seine schulische Laufbahn auf der Realschule in Sagard beenden
wird. Den Realschulabschluss absolvierte er dann auch im Jahr 2003.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Realschule
begann Toni eine Lehre als Hotelfachmann in den “Arkona“ und
“Rugard“ Strandhotels in Binz. Da er dort in Schichten arbeiten
musste, die Verbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ihn nicht
pünktlich zur Arbeit gebracht hätte und wir als seine Eltern
beide berufstätig sind, stellten wir bei den zuständigen Ordnungsbehörden
einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung zur Erlangung des Führerscheins
für PKW mit 17 Jahren. Dem Antrag wurde nach einer MPU statt gegeben
und nach bestandener Fahrprüfungen, alles im ersten Anlauf, erhielt
er den Führerschein. Somit durfte er nur alleine oder in Begleitung
seiner Eltern zur Arbeit und zurück fahren. Er mochte seine Arbeit.
Am liebsten arbeitete er im Service, dass heißt Gäste im Restaurant
bedienen. Wie uns bestätigt wurde, hat er seine Arbeit stets freundlich
und gewissenhaft ausgeführt. Auch zu seinen Kollegen hatte Toni ein
sehr gutes Verhältnis. Die Arbeit im Servicebereich füllte natürlich
auch seinen Geldbeutel etwas auf, denn dort gab es Trinkgeld. Auch wenn
er an den Wochenenden arbeiten musste an denen seine Freunde feiern gingen,
gefiel ihm diese Zeit besser als die Berufsschulzyklen. Schule war einfach
nicht sein Ding.
Am 28.08.2004 wurde Toni 18 Jahre alt, er wünschte
sich eine große Feier mit all seinen Freunden. Zum Mittag gingen
wir mit der engsten Verwandtschaft und seinem besten Freund Kochi (Sebastian
Koch) in einer Gaststätte essen. Am Abend feierte er dann mit all
seinen Freunden im Jugendclub in Sagard eine große Party. Danach
ging es noch ins Mahka, wie er immer zu sagen pflegte. Dort feierte er
am liebsten mit seinen Freunden. Aber auch selbst organisierte Partys,
wie zum Beispiel die Verabschiedung seines Kumpels Hausi, der auf Weltreise
ging, die vielen Lagerfeuer mit Grillen in den schönen Monaten des
Jahres oder die Gartenpartys bei Philipp oder Sunny im Garten waren der
Renner.
Sportlich gesehen hat Toni in seinem kurzen Leben
vieles ausprobiert, Karate, Fußball, Volleyball, Skaten und vieles
mehr. Deshalb war meistens auch die beste Note auf den Zeugnissen die
in Sport.
Er liebte es mit seinem Vater, der als Berufskraftfahrer
tätig ist und einen 40-Tonner lenkt mitzufahren. Am tollsten fand
er, wenn es nach Anklam in die Zuckerfabrik ging. Die beleuchtete Silhouette
der Fabrik bei Nacht hat ihn fasziniert. Er selbst bastelte gern an seinem
Auto, im Kofferraum findet man nur Boxen und Verstärker. Wie man
sein Auto richtig putzt, zeigte ihm sein Opa und da ging es schon hoch
her, wenn er dass nicht richtig machte. Oma war immer zum Kuscheln und
zum Haare schneiden da.
Viel Zeit verbrachten wir in den Sommermonaten auf
dem Campingplatz in Groß Banzelvitz, wo wir heute noch Dauercamper
sind. Dort ging es angeln, Boot fahren mit Peter und Uwe oder wir machten
mit unseren und seinen Freunden romantische Lagerfeuer am Strand, bei
denen wir dann auch das allabendliche Feuerwerk der Störtebeker Festspiele
beobachten konnten.
Unsere gemeinsamen Urlaube in Dänemark, Bayern
oder auf Gran Canaria werden uns unvergesslich bleiben.
In den jüngeren Jahren von Toni fuhren wir
regelmäßig mit Freunden und deren Kindern immer am letzten
Wochenende der Oktoberferien nach Soltau und gingen dort in den Vergnügungspark.
Er war so froh als er endlich die Körpergröße erreicht
hatte, um mit der Achterbahn zu fahren. Davon hat er dann auch reichlich
gebrauch gemacht.
Da wir seine Eltern im Carneval Club Sagard aktiv
sind, stand auch Toni schon mit acht Jahren auf der Bühne. Danach
musste er allerdings etwas warten um wieder aktiv zu sein. In der Zwischenzeit
half er immer beim Aufbauen der Bühne zu den Veranstaltungen. Im
Jahr 2003 fehlten für das Carnevalsprogramm noch Tänzer und
Toni erhielt seine Chance. Zu “Time ofmy Life“ aus “Dirty
Dancing“ tanzte er, wie wir nie gedacht hätten, dass unser
Toni tanzen kann. Ein hübscher junger Mann mit Rythmus im Blut. Im
darauffolgenden Jahr tanzte er mit Kochi und anderen Jungs zur Musik von
den “Backstreetboys“, sie brachen zusammen die Herzen der
Mädels und begeisterten das Publikum. Er traute sich sogar im Männerballett
die Hüllen fallen zu lassen und stand zum Schluss dieses Programmteils
neben seinem Vater und Kochi in BH und Strapsen auf der Bühne.
Feiern und Stimmung machen gefielen ihm schon sehr.
So wie auch am Abend und in der Nacht vom 03.06.2005 zum 04.06.2005 im
Mah‘kina (Mahka). Dort wurde die 40 Grad Party gefeiert und so wie
uns Freunde von Toni erzählt haben, hatte er auch in dieser Nacht
viel Spaß.
Am frühen Morgen des 04.06.2005 auf der Fahrt
nach Hause, wurde Toni und seine drei Freundinnen von Elias Plambeck,
der sein Fahrzeug betrunken und zugekokst lenkte, auf brutalste Art getötet.
Es ist der Tag an dem sein Vater Geburtstag hat
und sein Großvater am darauffolgenden Tag seinen 70. Geburtstag
im Kreis der großen Familie feiern wollte.
Toni war ein hübscher, freundlicher und immer
für Gerechtigkeit kämpfender Mensch. Er war immer für seine
Freunde da, auf ihn konnte man sich verlassen. Auch mit 18 Jahren war
Toni noch ein Kuschelkind, er liebte es wenn ich seine Ohren und den Kopf
streichelte oder den Rücken geschuppert (war sein Ausdruck für
streicheln) habe.
Jetzt ist er nicht mehr hier! Elias Plambeck hat
Toni das Leben und somit auch seine Zukunft und noch vieles andere mehr
genommen. Auch unsere Zukunft hat er zerstört, keine Schwiegertochter,
keine Enkelkinder und keinen Sohn der für uns im Alter da ist.
Toni du bist immer in unseren Herzen und Gedanken,
wir lieben und vermissen Dich!
Deine Mam, Dein Paps
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