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Unfallort:
Bundesland Brandenburg, Landkreis Uckermark, Bundesstraße 2, ca.300m
vor dem Ortseingang Gartz(Oder)
Am Samstag, dem 25.02.2006 besuchte unsere Tochter
Vivien zusammen mit ihrem neuen Freund eine Faschingsfeier in Schwedt/Oder.
Es war ihre erste gemeinsame Party. Sie verließen die Feier ca.
03:00 Uhr und fuhren in Richtung Gartz/Oder. Kurz vor dem Ortseingang
Gartz kam das Fahrzeug aus (wohl für immer) ungeklärter Ursache
nach rechts von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Darauf
wurde das Auto auf die Straße zurückgeschleudert, drehte sich
und blieb auf der linken Fahrspur in Fahrtrichtung stehen. Es war jetzt
ca. 03:30 Uhr.
Dem Ersthelfer Andy (zufällig Viviens
bester Freund) bot sich folgendes Bild:
Der Fahrer stand unter Schock und war nur leicht
verletzt, nach eigener Aussage. Ihn hatte der Airbag gerettet und sicher
auch der Aufprallwinkel. Unsere Vivien wurde auf dem Beifahrersitz eingeklemmt.
Die A-Säule des Autos hatte sich durch den Aufprall wahrscheinlich
vor den Airbag geschoben, sodass Vivien mit dem Kopf auf die Säule
prallte anstatt auf den Airbag. Eine Beifahrertür gab es nicht mehr
und Viviens Arm hing aus dem Auto heraus. Näher möchte ich ihre
Verletzungen nicht beschreiben, das wird sicher jeder verstehen. Jetzt
muss es ca. 03:40 Uhr gewesen sein.
Andy informierte den Rettungsdienst und die Polizei.
Auch die Feuerwehr wurde gerufen, um Vivien aus dem Wrack zu befreien.
Vivien wurde dann in das Klinikum Uckermark nach Schwedt gebracht, wo
sie 04:48 Uhr an den Folgen eines Schädelhirntraumas dritten Grades
verstarb. Der Fahrer, Falco Sch., wurde untersucht und die Tests ergaben,
dass er Alkohol und berauschende Mittel zu sich genommen hatte.
Wir waren an diesem Wochenende zu Besuch bei unserer ältesten Tochter
Sarah in Münster und Andy konnte uns nicht erreichen, da er nur unsere
Festnetznummer besaß. Mit Hilfe einer Freundin gelang es dann unsere
mittlere Tochter Janine in Berlin zu erreichen. Diese erzählte uns
am Handy, dass Vivien einen Unfall hatte und im Klinikum lag. Wir riefen
sofort dort an und nach anfänglichem Zögern sagte uns der Arzt
diese unmöglichen, ungeheuren, unfassbaren Worte: „Ihre Tochter
ist verstorben“. Das war ca. 05:30 Uhr.
Da war kein Verstehen, kein Begreifen sondern eine
Art Irrsinn in meinem Kopf. Das musste alles ein Irrtum sein. Trotzdem
zerriss etwas in mir, in uns allen, und der Schmerz war unerträglich.
Wir fuhren so schnell wie möglich von Münster
nach Schwedt ins Klinikum. Dort in der Unfallchirurgie ließ man
uns einfach auf dem Flur stehen, keiner kümmerte sich um uns. Da
standen wir nun, verheult, übermüdet und völlig verzweifelt.
Als wir uns endlich zu einem Arzt durchgefragt hatten, wurde uns mitgeteilt,
wann Vivien gestorben ist, dass der Fahrer nur leicht verletzt ist und
dass wir unser Kind nicht sehen dürfen. Das war es dann im Groben,
Näheres könnten wir vom Dienst habenden Arzt am nächsten
Morgen erfahren. Wir erhielten keinerlei Hilfe, doch der Unfallverursacher
bekam sofort einen Psychologen zur Seite.
So verlief er also, der schlimmste Tag in unserem
Leben. Ein Leben, das nie wieder so sein wird wie vor Viviens Tod. Schmerz
und Trauer begleiten uns Tag für Tag, alles hat sich verändert.
Wir durften Vivien nie wiedersehen, uns nicht verabschieden.
Sehr schlimm ist es für uns, ständig zu
hören, dass Falco Sch. eine Party nach der anderen feiert. Er geht
fast regelmäßig zur Disco und wurde schon im März wieder
auf einem Freibierfest gesehen, vergnügt und nicht ein bisschen bedrückt.
Auf der Loveparade war er auch und hat danach noch bis in den späten
Morgen in einem Klub gefeiert. Nur kurze Zeit später an diesem Tag
nahm sich ein Kumpel von Falco Sch. das Leben. Ich denke, dies lässt
manche Schlüsse zu. Auf gar keinen Fall scheint er seine Tat zu bereuen.
Jedenfalls haben wir diesen Eindruck.
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