Vivien Pittermann


geboren am:        08.02.1989
gestorben am:     26.02.2006

Unfallort: Bundesland Brandenburg, Landkreis Uckermark, Bundesstraße 2, ca.300m vor dem Ortseingang Gartz(Oder)

Am Samstag, dem 25.02.2006 besuchte unsere Tochter Vivien zusammen mit ihrem neuen Freund eine Faschingsfeier in Schwedt/Oder. Es war ihre erste gemeinsame Party. Sie verließen die Feier ca. 03:00 Uhr und fuhren in Richtung Gartz/Oder. Kurz vor dem Ortseingang Gartz kam das Fahrzeug aus (wohl für immer) ungeklärter Ursache nach rechts von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Darauf wurde das Auto auf die Straße zurückgeschleudert, drehte sich und blieb auf der linken Fahrspur in Fahrtrichtung stehen. Es war jetzt ca. 03:30 Uhr.

Dem Ersthelfer Andy (zufällig Viviens bester Freund) bot sich folgendes Bild:

Der Fahrer stand unter Schock und war nur leicht verletzt, nach eigener Aussage. Ihn hatte der Airbag gerettet und sicher auch der Aufprallwinkel. Unsere Vivien wurde auf dem Beifahrersitz eingeklemmt. Die A-Säule des Autos hatte sich durch den Aufprall wahrscheinlich vor den Airbag geschoben, sodass Vivien mit dem Kopf auf die Säule prallte anstatt auf den Airbag. Eine Beifahrertür gab es nicht mehr und Viviens Arm hing aus dem Auto heraus. Näher möchte ich ihre Verletzungen nicht beschreiben, das wird sicher jeder verstehen. Jetzt muss es ca. 03:40 Uhr gewesen sein.

Andy informierte den Rettungsdienst und die Polizei. Auch die Feuerwehr wurde gerufen, um Vivien aus dem Wrack zu befreien. Vivien wurde dann in das Klinikum Uckermark nach Schwedt gebracht, wo sie 04:48 Uhr an den Folgen eines Schädelhirntraumas dritten Grades verstarb. Der Fahrer, Falco Sch., wurde untersucht und die Tests ergaben, dass er Alkohol und berauschende Mittel zu sich genommen hatte.
Wir waren an diesem Wochenende zu Besuch bei unserer ältesten Tochter Sarah in Münster und Andy konnte uns nicht erreichen, da er nur unsere Festnetznummer besaß. Mit Hilfe einer Freundin gelang es dann unsere mittlere Tochter Janine in Berlin zu erreichen. Diese erzählte uns am Handy, dass Vivien einen Unfall hatte und im Klinikum lag. Wir riefen sofort dort an und nach anfänglichem Zögern sagte uns der Arzt diese unmöglichen, ungeheuren, unfassbaren Worte: „Ihre Tochter ist verstorben“. Das war ca. 05:30 Uhr.

Da war kein Verstehen, kein Begreifen sondern eine Art Irrsinn in meinem Kopf. Das musste alles ein Irrtum sein. Trotzdem zerriss etwas in mir, in uns allen, und der Schmerz war unerträglich.

Wir fuhren so schnell wie möglich von Münster nach Schwedt ins Klinikum. Dort in der Unfallchirurgie ließ man uns einfach auf dem Flur stehen, keiner kümmerte sich um uns. Da standen wir nun, verheult, übermüdet und völlig verzweifelt. Als wir uns endlich zu einem Arzt durchgefragt hatten, wurde uns mitgeteilt, wann Vivien gestorben ist, dass der Fahrer nur leicht verletzt ist und dass wir unser Kind nicht sehen dürfen. Das war es dann im Groben, Näheres könnten wir vom Dienst habenden Arzt am nächsten Morgen erfahren. Wir erhielten keinerlei Hilfe, doch der Unfallverursacher bekam sofort einen Psychologen zur Seite.

So verlief er also, der schlimmste Tag in unserem Leben. Ein Leben, das nie wieder so sein wird wie vor Viviens Tod. Schmerz und Trauer begleiten uns Tag für Tag, alles hat sich verändert. Wir durften Vivien nie wiedersehen, uns nicht verabschieden.

Sehr schlimm ist es für uns, ständig zu hören, dass Falco Sch. eine Party nach der anderen feiert. Er geht fast regelmäßig zur Disco und wurde schon im März wieder auf einem Freibierfest gesehen, vergnügt und nicht ein bisschen bedrückt. Auf der Loveparade war er auch und hat danach noch bis in den späten Morgen in einem Klub gefeiert. Nur kurze Zeit später an diesem Tag nahm sich ein Kumpel von Falco Sch. das Leben. Ich denke, dies lässt manche Schlüsse zu. Auf gar keinen Fall scheint er seine Tat zu bereuen. Jedenfalls haben wir diesen Eindruck.

   
Vivien's Gedenkseite
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