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...auf der Suche nach
Kreuzen
Nachdem wir zahlreiche Informationen
und Broschüren zu unserem Thema erhielten, hieß es, Staßenkreuze
zu finden. Da wir jedoch keine genauen Standorte in Erfahrung kriegen
konnten, bedeutete dies - suchen auf eigene Faust.
Zunächst suchten wir uns auf der Landkarte Land- und Bundesstraßen,
wo es häufig - und mitunter auch zu tödlichen - Unfällen
kam.
Unser Ergebnis führte uns auf die B 181; B 6; B 87; B 91; B 2 in
Richtung Zeitz, Naumburg und Richtung Bad Kösen.
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Zu dritt machten wir uns daran,
Fotomaterial zusammenzutragen. Fündig wurden wir auch gleich auf
der B 181 Richtung Günthersdorf. Nahe der Ortschaft Göhren hatte
ich - noch vor diesem Projekt - ein Straßenkreuz am rechten Straßenrand
entdeckt. Wir parkten unser Auto seitlich in einem Gewerbegebiet und begaben
uns in Richtung des Kreuzes. Zunächst ließen wir die vorbeifahrenden
Verkehrsteilnehmer vorüberfahren und gedachten kurz dem hier verstorbenem
Opfer. Nachdem die Straße frei war, fotografierten wir diese Andacht
und fuhren dann Richtung B 6. |
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Auf der B 6 sahen wir - aus Richtung
Halle kommend - gleich zwei Kreuze. Scheinbar starben diese zwei jungen
Menschen bei ein und demselben Unfall. Wir fragten die gegenüberliegenden
Anwohner, ob es sie störe, wenn wir uns kurz in ihre Einfahrt stellen
würden, um das Straßenkreuz fotografieren zu können. Wir
rannten auf die andere Straßenseite und ließen auch hier unsere
Gedanken an die Opfer schweifen. "13.09.1991" stand auf beiden
Kreuzen. Während wir die Fotos schossen, hupte uns ein vorbeikommender
Lastkraftwagenfahrer an.Er schien nicht davon begeistert gewesen zu sein,
dass wir hier Kreuze dokumentierten. |
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Wir fuhren dann nach Naumburg
über die B 91. Auch hier hatten wir wir kein Straßenkreuz gesehen,
waren uns aber sicher, dass in Naumburg selbst ein kreuz stehen müsste,
da dieser Unfall nicht allzu lang her war. Daraufhin suchten wir auf dem
direkten Weg die Unfallstelle auf, welche sich an einem Fußgängerüberweg
vor einem Kreisverkehr befand. Auch hier dokumentierten wir das Kreuz
und gedachten dem verstorbenen Motorradfahrer.
Wir erfuhren, dass der
Fahrer mit 220 km/h die Kontrolle verlor und dabei auch einen Fußgänger
tödlich erfasste.
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Danach sind wir zu einem nahe
liegenden Bahnübergang gefahren. Hier starb eine Beifahrerin, als
der Fahrer die geschlossene Halbschranke umfahren wollte. Das Auto wurde
von einem Zug erfasst und mitgeschleift. Wieder gedachten wir der Toten,
die völlig unschuldig hier ihr Leben ließ. Nur weil der Fahrer
meinte, er wäre schneller als die herannahende Lok.
Der Verursacher überlebte
schwer verletzt.
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Und wir wussten auch, dass sich
ein weiteres Straßenkreuz auf der Landstraße zwischen Naumburg
und Schulpforta befand. Da es hier nicht möglich war, auf der Straße
zu halten fuhren wir parallel auf einen Feldweg und hielten in der Kurve,
in der sich das Unglück zutrug. Mit unseren Kameras eilten wir über
die viel befahrene Landstraße, beteten in Gedanken zu Gott für
das Opfer und dokumentierten auch hier das Kreuz. Bei diesem Todesfall
kannten wir den Unfallhergang. Auch hier war der Tote nur Beifahrer: der
Fahrer selbst stand unter Einfluss von Halluzinogenen, verlor die Kontrolle
über sein Fahrzeug und schleuderte seitlich in einen Baum.
Der Fahrer selbst überlebte
diesen Unfall.
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Da unser eigentlicher Fahrer ab
16 Uhr arbeiten musste, sprang ein Freund in seine Position. Und wir begaben
uns, noch in der Nacht, auf die Suche nach weiteren Kreuzen. Wir fuhren
quer durch Leipzig und dessen Umland, hatten jedoch keinen Erfolg. Nachdem
wir uns - aufgrund des Misserfolges - auf die B 87 in Richtung Hohenmölsen
bewegten, wurden wir doch noch fündig. Wir sahen schemenhaft ein
Kreuz im Lichtkegel des Autos. So hielten wir auf einem kleinen Schotterplatz
und fotografierten auch dieses Kreuz, nach einer kurzen Andacht an das
1993 verstorbene Mädchen. |
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Auf unserer weiteren Suche fanden
wir auf derselben Strecke hinter der kommenden Ortschaft ein weiteres
Kreuz. Die Distanz dieser beiden Kreuze betrug nicht einmal fünf
Kilometer. Es lag verhältnismäßig versteckt und war kaum
erkennbar. Wir blieben auch hier wieder kurz stehen und gedachten dem
Verunglückten. Wobei auch hier aufgrund der Tageszeit, ein sehr beklemmendes
Gefühl herrschte. Störende Stille. Keine anderen Verkehrsteilnehmer,
nur das Brummen unseres Autos. Nachdem wir zurück waren, fuhren wir
auf die B 2 Richtung Zeitz, blieben aber auch hier erfolglos. |
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Uns fiel dann lediglich noch ein,
dass sich ein Kreuz in der Ortsdurchfahrt Bad Lauchstädt befand.
Nach einer kurzen Autobahnfahrt suchten wir in der Ortschaft das Straßenkreuz,
an dem ein Lehrling damals gegen einen Baum knallte. Jedoch waren Kreuz
und Baum nicht mehr vorhanden. So verließen wir den Ort in Richtung
Schafstädt und sahen dort ein stehendes Kreuz auf der entgegen gesetzten
Fahrbahn. |
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