...Dokumentation
des Todes
Da unsere "Ausbeute" an
Straßenkreuzen am Vortag nicht unbedingt dem entsprach, was für
das Plakat notwendig war, entschlossen wir uns, die Suche am folgenden
Tag in der Frühe fortzusetzen.
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Da einer unserer
Begleiter die Vermutung äußerte, dass auf der Landstraße
zwischen den Ortschaften Beuna (nahe Braunsbedra) und Roßbach ein
oder mehrere Kreuze stehen könnten, fuhren wir zu dritt diese Strecke
ab. Auf einem geraden Abschnitt der langen Alleenstraße entdeckten
wir dann auch nach einiger Zeit ein Kreuz nahe eines Baumes. Auch wenn
diese Straße nur mäßig befahren war, fiel es uns dennoch
schwer, dieses Kreuz als tragisches Zeugnis eines Unfalls zu dokumentieren.
Auch hier hielten wir einen Moment inne und gedachten der getöteten
Person. Leider war es uns auch im Nachhinein nicht möglich, Informationen
über den Unfallhergang in Erfahrung zu bringen. |
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Nachdem wir unsere
Fotoaufnahmen an dieser Stelle abgeschlossen hatten, fuhren wir weiter
in Richtung Zeitz. Dort hatten wir am Freitag unsere Suche mit unserem
"Ersatzfahrer" beendet. Da wir doch moralische Probleme damit
hatten Totenkreuze von Verstorbenen zu fotografieren, die wir nicht kannten,
beschlossen wir, an jedem weiteren Kreuz eine Blume als stille Andacht
niederzulegen. |
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So besorgten wir
kurz vor Zeitz zu diesem Zweck ein paar Blumen. Wir durchfuhren die Stadt
auf Straßen, die wir bereits am Vorabend abgesucht hatten. Unter
Anderem fuhren wir an der Berufsfachschule der Stadt vorbei, an der wenige
Tage Später die Ausstellung von Herrn Müller stattfinden sollte,
da eine Schülerin dieser Schule in der Nacht vom 30.zum 31. Dezember
mit ihrem Fahrzeug tödlich verunglückt war. Nach kurzem Überlegen
entschlossen wir uns, Zeitz über die B 180 in Richtung Naumburg zu
verlassen.
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Bereits wenige Kilometer
außerhalb der Ortschaft stießen wir auf der linken Straßenseite
auf ein Kreuz, das sich direkt an einem Baum befand, der noch Spuren des
Unfalls aufwies. Ein junger Mann war mit seinem Fahrzeug an einer Kreuzung
von der Fahrbahn abgekommen und gegen den Baum geprallt. Unseren Vermutungen
zufolge war er wohl gerade auf dem Weg zur Berufsschule in Zeitz, als
sich der für ihn tödliche Verkehrsunfall ereignete. Wir brachten
unser Auto am Straßenrand zum Stehen, um dieses Kreuz zu dokumentieren.
Doch bevor wir dies taten legten wir eine Blume an dem Kreuz nieder und
gedachten auch diesem Verstorbenen. Anschließend setzten wir unsere
Fahrt auf der B 180 nach Naumburg fort.
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Wenige Kilometer
weiter entdeckten wir ein weiteres Kreuz, welches sich ebenfalls auf der
linken Fahrbahnseite befand. Hier war eine junge Frau an einer Kreuzung
mit ihrem Fahrzeug in den Straßengraben gestürzt und tödlich
verunglückt. Wir stellten unser Auto in der gegenüberliegenden
Einfahrt ab und gingen zu dem Kreuz, das man hinter dem Graben aufgestellt
hatte. Auch hier legten wir in stillem Gedenken eine Blume nieder, bevor
wir dieses dokumentierten. Wir setzten unsere Fahrt fort, in der Hoffnung
nicht mehr allzu viele Kreuze fotografieren zu müssen. Doch sollte
dies nicht das Letzte gewesen sein.
Denn ein paar Ortschaften weiter
folgte das nächste Straßenkreuz.
Ein junger Mann war hier kurz hinter
einer Ortschaft in Richtung Zeitz in einer leichten Linkskurve von der
Fahrbahn abgekommen und gegen die Leitplanke geprallt und infolge dessen
verstorben.
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Nachdem wir unser
Fahrzeug einige hundert Meter weiter in einer Einfahrt zu einem Windrad
abgestellt hatten, begaben wir uns zu dem Kreuz auf der recht stark befahrenen
Straße. Leider hatten wir an dieser Stelle nicht lange die Möglichkeit,
dem Verstorbenen zu gedenken, da dies für uns eine ziemlich gefährliche
Stelle war. Dennoch positionierten wir an dem Kreuz eine Blume und nahmen
dieses in unseren fotografischen Bestand auf. |
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Wir fuhren weiter
in Richtung Naumburg, bis wir kurz vor Naumburg auf das vierte Kreuz auf
dieser Bundesstraße stießen. Da wir inzwischen mit rechtmäßiger
Geschwindigkeit unterwegs waren, war es uns möglich, ein ziemlich
versteckt gelegenes Kreuz im Gebüsch zu erkennen. Der Verunfallte
war in einer Linkskurve von der Fahrbahn geraten und tödlich verunglückt.
Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt die Verkehrslage etwas ruhiger,
dafür stürmte es sehr stark. Entsprechend hatten wir Probleme,
die Blume zu platzieren. Dennoch schenkten wir dem Unfallopfer einige
Minuten der Aufmerksamkeit und gedachten seines tragischen Schicksals.
Anschließend hielten wir auch dieses Kreuz fotografisch fest und
setzten danach unsere Fahrt weiter fort. |
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Ein paar Kilometer
vor Naumburg fanden wir das fünfte und letzte Kreuz auf dieser Bundesstraße.
Man hatte es in einer S-Kurve neben
einem Baum aufgestellt. Wir stellten unser Auto vor der Kurve auf dem
Grünstreifen ab und begaben uns zu dem auffällig großen
Kreuz. Wir platzierten auch hier eine Blume und widmeten uns dem Ableben
des verstorbenen Mannes, der aus Rostock stammte. Mit einem sehr komischen
Gefühl hielten wir auch diesen stummen Unfallzeugen fest.
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In Naumburg machten
wir dann kurz Halt. Zum Einen fehlte uns noch Material für das Plakat,
zum Anderen hatte diese Fahrt unsere Erwartungen leider übertroffen.
So benötigten wir zudem noch einen neuen Fotofilm, da wir uns für
diesen Tag noch vorgenommen hatten, weiter bis nach Bad Kösen zu
fahren. Nachdem wir aber einen längeren Aufenthalt an einer Tankstelle
außerhalb von Bad Kösen hatten, beschlossen wir dann doch,
unsere Route zu ändern. Einerseits fehlte uns die Zeit für eine
längere Fahrt, andererseits befürchteten wir befürchteten
wir, dass wir wieder eine solch hohe Zahl von Kreuzen wie auf der B 180
finden würden. So verließen wir nicht Bad Kösen wie geplant
in Richtung Eckartsberga, sondern fuhren in Richtung Freyburg (Unstrut).
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Wenig außerhalb
von Bad Kösen entdeckten wir dann an einer Kreuzung auf der B 87
ein weiteres Kreuz, das starke Verwitterungsspuren aufwies. Hier war ein
Mann zu Tode gekommen, da er vermutlich von einem anderen Fahrzeug erfasst
wurde. Wir parkten unser Fahrzeug am Straßenrand und näherten
uns der Unfallstelle. Auch diesem Unfalltoten schenkten wir einige Minuten
der Andacht. Wir dokumentierten auch diesen Sterbeort und setzten anschließend
unsere Fahrt auf der B 87 fort.
Wir wählten eine Route, die
uns praktisch um Naumburg herum führte.
An einer Kreuzung nahe dem Ortsteil
Naumburg – Henne fiel uns ein weiteres Straßenkreuz auf. Nachdem
wir unseren Wagen auf einer Schotterfläche angehalten hatten, näherten
wir uns der Unfallstelle. Auch diesem tödlich verunglückten
Menschen wollten wir eine letzte Andacht erweisen. Auch hier beteten wir
zu Gott und legten eine Blume zu den anderen, die seine Angehörigen
an dem Kreuz niedergelegt hatten. Wir hielten auch dieses Kreuz fotografisch
fest und verließen die Unfallstelle.
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Nachdem wir dieses
Kreuz fotografiert hatten sprachen wir während der Fahrt noch einmal
über die an diesem Tag dokumentierten Straßenkreuze. Wir beschlossen
an dieser Stelle endgültig zu beenden, da uns das Erlebte so nahe
ging dass wir nur noch an diese Kreuze denken mussten. Und wir kamen zu
der Erkenntnis, vorerst keine weiteren Kreuze in unseren fotografischen
Bestand aufzunehmen.
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Anmerkung:
Wahrscheinlich wird die B 180 um ein weiteres Kreuz erweitert –
das der verunglückten 20-jährigen Zeitzerin… Somit stehen
dann sechs Kreuze auf dieser Bundesstraße…
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