Matze's Eindruck

Hallo, mein Name ist Matthias. Ich bin 22 Jahre alt und studiere derzeit in Merseburg an der Fachhochschule.
Eigentlich war mir die Ausstellung „Straßenkreuze – Unorte des Sterbens“ bereits seit zwei Jahren bekannt. Damals fand diese bei mir an der Schule statt. Zugegebenermaßen habe ich der Thematik nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt, da ich in diesem Bereich keinerlei Erfahrung hatte.
Das ich in dieses Projekt mit intrigiert wurde, war eigentlich Zufall und auch irgendwie Glück. An und für sich war ich ja von der Idee zu diesem Projekt von Grund auf begeistert. Ich habe es eben „nur“ als Arbeit gesehen. Zunächst – als die ersten Fotoaufnahmen entstanden – dachte ich mir: „Ein paar Kreuze fotografieren,… Was ist schon dabei?“
Bei den ersten Fotoaufnahmen hatte ich auch nicht wirklich ein Problem damit. Für mich kam die Wende an dem Punkt, wo die Zahl der Kreuze in der näheren Umgebung anstieg. Von diesem Zeitpunkt an fing ich an, mich ernsthaft mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Als wir dann einen Tag später die B180 entlangfuhren, war für mich der Punkt erreicht, an dem ich mir gesagt habe: „Jetzt musst du selber anfangen, etwas gegen diese Straßenkreuze zu tun“. Seit den Tagen, an denen wir diese „stummen Zeugen“ am Straßenrand zusammengetragen hatten, habe ich mir öfters Gedanken über das „WARUM“ gemacht.
Abgesehen davon, dass sich unser Fahrverhalten wesentlich geändert hat, leg ich jetzt auch auf kurzen Strecken den Gurt an.

Die Tatsache, dass die Zahl der Verkehrstoten auf einen sehr hohen Level liegt, hat mich dann auch dazu bewegt, die Idee zu fassen, unsere Dokumentationsarbeit als eine „kleine Fernsehreportage“ festzuhalten um damit auch Andere zum Nachdenken anzuregen.
Unsere Arbeit hat mir gezeigt, dass es eben nicht immer nur die Raser sind, deren Kreuze am Straßenrand stehen. Oft sind es Unschuldige, die dort ihr Leben lassen mussten.

Ob Eigenverschulden oder nicht,… Tatsache ist, dass an diesen Stellen jemand einen geliebten Menschen verloren hat.
Durch diese Erfahrung habe ich mir angewöhnt, an jedem Straßenkreuz kurz inne zu halten und für sie und ihre Hinterbliebenen ein kleines Segensgebet auszusprechen.

Gott möge ihre Seelen bewahren.

(Matthias Schleusener, 22 Jahre)

   
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