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Hallo,
mein Name ist Steve. Ich bin 26 Jahre alt und meine Eindrücke diese
Woche waren zu Beginn von einer Art Gleichgültigkeit geprägt.
Je mehr man sich aber mit dem Thema auseinandersetzt umso nachdenklicher
wird man; versucht sich in einzelne Schicksale hinein zu versetzen; baut
eine Art Beziehung zu dem Opfer auf. Man fragt sich WARUM, WESHALB und
was waren seine letzten Gedanken, bevor aus diesem Leben ging? Allein
diese Art von Gefühlen hilft einen, weiter zu suchen. Und wenn die
Arbeit einen Menschen helfen kann, sein Fahrstil zu ändern und dadurch
einen Verkehrsunfall zu vermeiden – dann ist es die Arbeit wert
gewesen.
Auch ich stelle fest, dass ein Umdenkprozess
stattgefunden hat, in uns allen.
Allein der Fahrstil hat sich geändert oder man schnallt sich an.
Durch die Suche nach den „Unorten des Sterbens“ ist mir auch
aufgefallen, dass sich viele Menschen für „unsterblich“
halten. Wenn man bedenkt, dass sie mit 120 km/h an eine Kurve heran fahren,
ohne zu wissen, was sie dahinter erwartet. Auch ich verlor einen Verwandten.
Somit kann ich mich gut in die Rolle der Angehörigen hinein versetzen.
Anfangs denkt man „nur ein Kreuz“, aber mittlerweile –
ein weiteres Schicksal, dass hier sein Ende fand.
Es gab ein Kreuz, wo selbst ich
zu zweifeln begann - es war dies in Naumburg, vor dem Kreisverkehr. Es
war ein junger Mensch, aber was hat ihn dazu bewegt mit sage und schreibe
220 km/h innerorts so zu fahren? Mitleid? – Ja, ohne Frage –
aber musste auch er mit dem Tod gestraft werden? Aber ich denke, für
ihn ist es besser so - denn weiter ein Leben zu führen und zu wissen,
man hat das eines anderen auf dem Gewissen …? Früher oder später
wäre er daran kaputt gegangen…
Aber worum es mir geht … WARUM
WIRD ES SCHLIMMER? WARUM IMMER MEHR UNFÄLLE? Mein Bestreben ist es,
durch dieses Projekt so viele Menschen wie möglich zum umdenken zu
bewegen; sich wieder Prinzipien zu setzen; sich Zeit zu lassen beim Auto
fahren und wenn schon, dann komme ich halt zu spät – UMBRINGEN
wird mich dafür keiner…
Ich muss sagen, von Kreuz zu Kreuz wurde es schwerer. Ich wünsche
mir, dass der Gesetzgeber endlich bemerkt, dass es falsch ist, einen 18jährigen
jungen Menschen ein Auto in die Hand zu drücken, ihn drei Monate
Fahrerfahrung gibt und erst DANN darf er ein Fahrsicherheitstraining machen.
Auch ich muss auf Bekannte und Verwandte
einreden, denn wegschauen bringt uns allen nichts. Ich möchte meine
Kinder auch wachsen sehen und selbst alt werden … Ohne die Menschen,
die mir nahe stehen verlieren zu müssen!
Gott möge die Verunglückten
und ihre Angehörigen beschützen!
(Steve Schleusener, 26 Jahre)
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