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Auszug
aus dem Buch „Der Idiotentest“
(Der Autor des Buches „Der Idiotentest“ schreibt den
Text in Ich – Form)
MMPI bedeutet Minnesota Multiphasic Personality Inventory: Frei übersetzt
würde das etwa heißen: der multiphasische Persönlichkeitstest
der Universität Minnesota zur Darstellung, des Wertinventars. Wir
bösen Psychologen nennen das Biest gerne zynisch „Minnesota
Mammut Plumps in“, was soviel wie „riesengroßer Reinfalltest
aus Minnesota“ bedeuten soll.
Aber ich möchte Ihnen erklären,
wie er funktioniert.
Der Test beinhaltet eine riesige Menge Fragen, die alle gleich aufgebaut
sind. Sie sollen jeweils entscheiden, ob die Aussage stimmt oder nicht.
Die Fragen in diesem Test kommen aus den folgenden Bereichen.
Charaktereigenschaften
Schnelligkeit
und Sorgfalt
Verkehrswissen
Neigung,
die Wahrheit zu sagen
Haltung
zum Autofahren
Haltung
gegenüber anderen
persönliche
Belastbarkeit
gesundheitliches
Befinden
Frustrationstoleranz
Werdegang
persönliche
Werte und Haltungen
Sie werden schnell bemerken, dass
die Fragen dieses Testes völlig durcheinander und in keiner systematischen
Reihenfolge auftauchen. Der Proband wird mit allen Bereichen sehr plötzlich
und ohne jedes System konfrontiert. Er kann in aller Regel nicht entscheiden,
welche Antwort jetzt sinnvoll ist. Er ermüdet bei der Überlegung,
was der Psychologe denn nun hören will. Wenn Sie es für sinnvoll
halten, diesen Test zu trainieren (oh ja, ich halte das für sehr
sinnvoll), tun Sie bitte folgendes: Kopieren Sie sich diese Testblätter
und drucken Sie sich diesen Test aus, dann können Sie diesen Test
auch mal einen Freund ausleihen, ohne sich direkt zu „outen“,
Außerdem haben Sie dann die Möglichkeit, den Test mehrmals
zu üben. Insgesamt hat dieses Testverfahren an die fünfhundert
Fragen . Aber ich kann Sie beruhigen . Nicht eine einzige aller Untersuchungsfällen
in der Bundesrepublik Deutschland wäre bereit, ein Test - verfahren
mit fünfhundert Fragen zu veranstalten. Der Aufwand, diese Menge
von Fragen aus- werten zu müssen (die wenigsten Untersuchungsstellen
arbeiten dabei mit EDV – meist wird der Test manuell ausgewertet),
ist so hoch, dass die Untersuchungsstellen sich mit knapp der Hälfte
der Fragen begnügen – häufig auch deutlich weniger. Also
werden dem Probanden zwischen 125 und maximal 250 Fragen vorgelegt. Das
Prinzip dieses tiefenpsychologischen Testverfahrens bleibt trotz des halbierten
oder geviertelten Fragevolumes unverändert. Es kann durchaus sein,
dass die jeweilige Untersuchungsstelle die Fragestellungen des Testverfahrens
verändert, allerdings nicht wesentlich. Sie erhalten im nachfolgenden
Beispiel fast den kompletten MMPI. Das hilft, sich an die manchmal haarsträubenden
Fragestellungen zu gewöhnen. Was können Sie nun tun, um den
MMPI – Test erfolgreich zu bestehen? Die Fragen auswendig lernen?
Das wird Ihnen nicht gelingen, weil die jeweilige Untersuchungsstelle
eine jeweils andere Fragenzusammenstellung vornimmt – außerdem
werden Sie über die Menge der Fragen stolpern. Die sicherste Methode
wäre: Verhalten Sie sich im Straßenverkehr so, dass Sie nie
zu einem solchen Testverfahren eingeladen werden müssen. Die zweitsichere
Methode wäre: sich an die Fragestellung zu gewöhnen und jeweils
zu entscheiden, ob Ja oder Nein als Antwort in dasgrundsätzliche,
sozial erwünschte und erwartete Normengefüge pat. Sehen Sie
sich nun das Testverfahren ausführlich an.
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